West Nile Virus Erkrankung

Das West Nil Virus (WNV) wird von Stechmücken übertragen und kann eine Entzündung des Gehirns (Encephalitis) hervorrufen. Das Virus wird durch Stechmücken sowohl auf Pferde als auch auf Menschen übertragen. Nicht alle infizierten Pferde und Menschen zeigen Krankheitssymptome. Bei einem Teil der Infizierten treten jedoch schwere Entzündungen des Gehirns mit bis zu tödlichem Ausgang auf.

 

In 1999 trat es auch in Canada und USA mit hohen Fallzahlen auf. In Nordamerika werden immer noch jedes Jahr hunderte dokumentierte Fälle von Gehirnentzündungen vom WNV verursacht. In Europa ist das Virus schon lange in südlichen Ländern um das Mittelmeer bekannt. Bisher schienen die Alpen die nördliche Verbreitung von WNV in Europa zu verhindern. In 2018 wurde der Erreger jedoch bei ersten Vögeln in Deutschland (Bayern, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern) gefunden. Zwei WNV-Infektion wurden bei Pferden nachgewiesen. Es ist anzunehmen, dass die Anzahl der Vögel, Menschen und Pferde mit WNV in Deutschland über die nächsten Jahre steigen wird.

 

Das Virus vermehrt sich gut in Vögel und wird von Stechmücken übertragen indem sie einen Vogel stechen, beim Saugakt das Virus aufnehmen und dann ein Pferd oder einen Menschen stechen. Beim erneuten Stich wird das Virus weitergegeben. Im Pferd kann sich das Virus aber nur langsam vermehren. Es ist unwahrscheinlich, dass das Virus von einem Pferd zum nächsten Pferd oder von Mensch zu Pferd oder von Pferd zu Mensch übertragen werden kann. Sollte also ein Pferd in einem Stall erkranken heißt dies nicht automatisch, dass auch andere Tiere des gleichen Stalls erkranken werden.

 

 

Infizierte Pferde bleiben mehrheitlich symptomlos, einige entwickeln nur Fieber. Nur etwa 8% der infizierten Pferde entwickeln neurologische Symptome. Bei 30-50% der neurologisch erkrankten Pferde endet der Verlauf tödlich.

 

Bei Pferden die eine Gehirnentzündung entwickeln sieht man Verhaltensänderungen (Schreckhaftigkeit), Hyperästhesie (das Pferd ist überempfindlich und zeigt Überreaktion bei Berührung), Muskelzittern an Kopf und Hals bis hin zu Ganganomalien wie Ataxie und Festliegen. Wie bei jeder Viruserkrankung beim Pferd gibt keine spezifische Therapie. Antibiotika haben naturgemäß keine Wirkung und die Behandlung konzentriert sich auf symptomatische und entzündungshemmende Maßnahmen. Der Schwerpunkt in der Pferdehaltung sollte bei der vorsorglichen Verhinderung der Erkrankung liegen.

 

Seit Jahren gibt es verlässliche Impfstoffe auf dem Markt. Diese haben sich durch ihren großen Einsatz in Nordamerika als effizient und sehr gut verträglich gezeigt. Eine Grundimmunisierung findet durch zwei Impfungen im Abstand von 4-6 Wochen statt. Danach wird der Impfschutz durch jährliche Auffrischungsimpfungen aufrecht erhalten. Es ist empfehlenswert die Grundimmunisierung und die Auffrischungsimpfungen im Frühjahr durchzuführen, damit ein optimaler Schutz in der Mückensaison vorhanden ist.

 

Seit diesem Jahr empfiehlt die StIKoVet (Ständige Impfkommission) und die LMU München die Impfung gegen das WNV. Aus persönlicher Erfahrung in Pferdepraxen in Kanada kennen wir die Erkrankung aus der tierärztlichen Praxis. Wir haben leider viele, zum Teil sehr schwerwiegend verlaufende, Fälle von WNV-Erkrankungen gesehen und raten dringend zur Impfung.

 

 Weitere Information finden Sie unter anderem beim Friedrich-Löffler-Institut und der Pferklinik der LMU München.

 

https://www.fli.de/de/kommissionen/stiko-vet/mitteilungen/mitteilung-einzelansicht/stellungnahme-zur-immunisierung-von-pferden-gegen-das-west-nil-virus/

https://www.pferd.vetmed.uni-muenchen.de/inneremedizin-reproduktion/aktuelles/west-nil-infektionen/index.html

Bis zum 09.10.2018 erfolgte Nachweise von WNV in Vögeln (rote Symbole) und Pferden (blaue Symbole)